E. L. KIRCHNER VEREIN FEHMARN e.V.

PREISTRÄGER DES KULTURPREISES OSTHOLSTEIN 1999

Fehmarn – Kirchners „irdisches Paradies”

Waldweg auf FehmarnWaldweg auf Fehmarn
Vieles zeugt davon, dass Kirchner sein Leben lang an seinem „irdischen Paradies” Fehmarn hing, in dem er in so glücklicher Zeit so Großartiges geschaffen hatte. Vor seinem dritten Aufenthalt im Sanatorium in Königstein schrieb er am 20. Mai 1916 an K. E. Osthaus, den Leiter und Besitzer des Museums Folkwang in Hagen: „Ich will bald wieder herauf nach Königstein. Lieber ginge ich hinauf nach Fehmarn, aber dort ist gesperrt.” Während dieses Sanatoriumsaufenthaltes schuf er fünf eindrucksvolle Wandgemälde mit Fehmarn-Motiven. Auf einer Vorarbeit zu diesen Gemälden malte er ein Paar, wie es in den „Berliner Straßenszenen” dargestellt sein könnte, wie einen Fremdkörper zwischen Badenden am Strand von Fehmarn. Dies zeigt, wie sehr ihn dieser Gegensatz beschäftigte.

Von der inneren Bindung an die Menschen von Staberhuk zeugen nahrhafte Pakete, die „Kirchners” auch noch aus der Schweiz an die Familie Lüthmann schickten.

Am 10. Dezember 1924 schrieb Kirchner an Schiefler: „Es ist furchtbar einsam bei uns, seit Boßhart (ein schweizerischer Erzähler) tot ist, dass ich Pläne mache, einen Sommer nochmals hinüber nach Fehmarn ans Meer zu gehen... Ich habe dort oben noch einiges zu tun. Auch möchte ich die alten Stätten gern wieder sehen, wo man so glücklich und einfach lebte... Ich freue mich darauf, wieder mal richtige Bäume mit Ästen zu sehen und zu malen und die Bucht und die schönen alten Kirchen und Windmühlen.”

Es wurde nichts aus seinen Plänen. Fehmarn war Kirchners Traum von einem Arkadien, der für ihn lebenslang lebendig blieb.