E. L. KIRCHNER VEREIN FEHMARN e.V.

PREISTRÄGER DES KULTURPREISES OSTHOLSTEIN 1999

Kirchner auf Fehmarn

von Dr. Dietrich Reinhardt (Gründungsmitglied)

 

Alle Brücke-Maler zog es ans Meer

 

Warum die Wahl KIRCHNERS auf Fehmarn fiel, bleibt Spekulation. Alle Brücke-Maler zog es ans Meer. Die Nordsee war durch Karl Schmidt-Rottluff und Erich Heckel besetzt, die mecklenburgische Ostseeküste durch zu viele Badegäste. Es blieb die nördliche und östliche Küste der Ostsee. Seine Wahl fiel auf die erstere, eine Insel hatte ihren besonderen Reiz – so wurde Fehmarn das Ziel.

 

Bootshafen auf Fehmarn

 

Ins Meer 2
 
 
 
 
Ähnliche Überlegungen werden auch Otto Mueller, das spätere Brücke-Mitglied, bewogen haben, 1908 und 1909 nach Fehmarn zu reisen - unabhängig von Kirchner, denn die beiden begegneten sich erst 1910 in Berlin.
Als Kirchner 1908 mit dem befreundeten Geschwisterpaar Emmi und Hans Frisch zum ersten Mal nach Fehmarn reiste, war es für sie ohne Zweifel eine Entdeckungsreise.

Mitte Mai fuhren die Drei mit der Bahn bis Lübeck und von dort zu Schiff in fünfeinhalb Stunden nach Fehmarn. Dies war die bequemste Verbindung, lag doch der Lübecker Bahnhof damals noch in unmittelbarer Nähe der Schiffsanlegestelle. Gegen 16 Uhr traf die „Meta” im Hafen Burgstaaken ein. Hier warteten Kutschen und Pferdegespanne auf die Ankömmlinge, um sie auf einer Schotterstraße nach Burg zu bringen. Es gab damals außer in der Innenstadt von Burg noch keine gepflasterten Straßen auf der Insel.



Textauszug des Beitrages von Dr. Dietrich Reinhardt
auf der Seite 35 aus dem 

Brücke Almanach 1997 – Ernst Ludwig Kirchner auf Fehmarn
Herausgeber: Hermann Gerlinger und Heinz Spielmann
Schleswig-Holsteinisches Landesmuseum, Schloß Gottorf
Suederstrasse